barKeepers

social art project

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Alte Bars verschwinden und damit eine jahrzehntelang gewachsene Begegnungs-, Besäufnis- und Subkultur. Ersatzlos. Denn falls sie in den seelenlosen, pastellfarbenen, atmosphärisch verödeten Einheitsklötzen an gleicher Stelle wiedereröffnet wurden – jede Aura wäre verloren: Die alten Wände, mit einer Patina aus altem Schweiß und Nikotin, alte Tresen, die unendlich viele Klagewehen an Barkeeper und, seltener, Barkeeperin gehört haben, kleine Bühnen auf denen semi-professionelle Kollektive ihr Herzblut vergossen haben. Wir wollen diese Räume für die Nachwelt erhalten.

Deshalb bauen wir Modelle solcher Bars, Kneipen und Clubs im unmittelbaren Einzugsgebiet von St. Pauli, das wie kaum ein anderer Stadtteil von brachialer Umstrukturierung betroffen ist, nach. Weil potenziell schmutzige, potenziell laute, potenziell stromlinienferne Gastronomie zwischen den neu entstehenden Lifestyleläden und baugleichen Grundversorgungseinrichtungen für inner- wie außerstädtischen Tourismus strukturell immer unerwünschter werden.
Mit klassischem Modellbau hat das zwar nur weitläufig zu tun, ist ihm aber technisch verwandt. Wir sind detailverliebt, jedes alte Poster, jeder Schimmelbefall, jedes Tag und jede Ritze im Gemäuer wird von uns detailgetreu nachgestellt und am Ende mit dem Original fotografisch ins Verhältnis gesetzt.
Zu erhalten, was städteplanerisch nicht für erhaltenswert gilt, greifbar zu machen, was sich architektonisch dematerialisiert, Leerstellen zu füllen mit Denkmälern en miniature – das ist unser Anliegen. Heute die Astra Stube und die Egal Bar, 2014 die Meanie Bar, wann sinken die Kogge, Washington Bar?

Künstlerinnen: Dani Freitag + Alexandra Grieß